Dr. Bettina Dilcher

Management Consultants Network

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Prozesse, Arbeitszeit und leistungsorientierte Vergütung

Unser Kombinationsmodell zur Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung

In dem hier vorgestellten Modell werden die Methoden Beurteilung und Zielvereinbarung miteinander kombiniert. Beide Verfahren sind angebunden an die jährliche Arbeitsplanung: Dabei kommt es darauf an, dass die Beurteilungsmerkmale in ihrer Ausprägung regelmäßig (d. h. im Idealfall jährlich) überprüft werden. Die Zielvereinbarungen werden grundsätzlich für den Zeitraum eines Wirtschaftjahres abgeschlossen.

Die Klärung des Leistungsbegriffs

Für die Beurteilung von Leistungen ist es von einiger Bedeutung, zunächst einmal den Leistungsbegriff — auf dessen Grundlage beurteilt werden soll, — möglichst eindeutig zu beschreiben. Die Beurteilung muss sich stets auf das gezeigte Arbeitsverhalten eines Mitarbeiters beziehen und wird auf der Basis eines vorher definierten Erwartungswerts und mit Bezug zur jährlichen Arbeitsplanung vorgenommen. Der Mitarbeiter wird über die an sein Arbeitsverhalten gerichteten Erwartungen im Rahmen des Mitarbeitergesprächs informiert und kann dem entsprechend sein Arbeitsverhalten darauf ausrichten.

Die Systematik des Beurteilens

Die hier vorgestellte Beurteilungssystematik basiert auf einer Verhaltenserwartungsskala: Ausgehend von festgelegten Beurteilungsmerkmalen, die jeweils für ein Anforderungsniveau genauer spezifiziert werden müssen, werden alle Mitarbeiter einer solchen 'Vergleichsgruppe' (= Anforderungsniveau) auf der Grundlage des für diese Gruppe geltenden Leistungsprofils beurteilt.

 

 

 

 

Die drei Schritte zur Beurteilung

Schritt 1: Die Vergleichsgruppe definieren

Es werden zunächst diejenigen Mitarbeiter zusammengefasst, die ein vergleichbares Aufgabengebiet haben. Die Führungskraft überlegt sich, an welche Mitarbeitergruppen sie vergleichbare Anforderungen stellt. Dies sollten Mitarbeiter sein, deren Niveaubeschreibungen einen Zusammenhang aufweisen; dabei sollte die Spanne von drei Entgeltgruppen nicht überschritten werden.

Schritt 2: Maßstab bilden

a) Konkretisierung: Der Inhalt der Beurteilungsmerkmale muss bezogen auf das Aufgabengebiet definiert werden; z.B. was bedeutet Sozial- und Selbstkompetenz in der Sachbearbeitung eines Hauptamtes bzw. Sozialamtes.

b) Maßstab festlegen: Auf der Grundlage dieser Definition wird ein Erwartungswert für die Beurteilungsstufe 3 festgelegt. Ausgehend von diesem Wert lassen sich dann die Abgrenzungen nach oben und unten beschreiben.

Schritt 3: Beurteilungsbogen ausfüllen

Die jeweiligen Beurteilungsmerkmale sind gewichtet. Die Beurteilung erfolgt auf der Grundlage der festgelegten fünf Merkmale und der dahinterliegenden Definition für jedes dieser Merkmale. Beurteilt wird auf einer Skala von 1 bis 5. Die gewichteten Punktwerte werden addiert und ergeben den Gesamtwert. Die Gewichtung der Beurteilungsmerkmale wird durch die Tarifpartner festgesetzt.

Zielvereinbarung

Die Kombination der beiden Methoden hat den Vorteil, dass einerseits konkrete Zielvorgaben und Messindikatoren vorgegeben werden, und andererseits, dass das konkrete Leistungsverhalten, insbesondere Soft Skills wie 'Kooperation', 'Verantwortliches Handeln' usw., in eine Gesamtbeurteilung einbezogen werden kann. Es sollten mindestens zwei und maximal nur vier Ziele vereinbart werden.

 

Weitere Vorteile dieser Kombination sind:

  • Es besteht grundsätzlich eine Wahlmöglichkeit, z. B. kann dort, wo es zu schwierig ist, auf die Zielvereinbarung verzichtet werden.
  • Zielvereinbarungen die im Verlauf eines Jahres nicht mehr zu halten sind, z.B. wenn sich Planungen und Marktbedingungen verändern, können durch die Beurteilung ersetzt werden.
  • Ziele können nicht auf Kosten der Vernachlässigung sozialer Verhaltensweisen erreicht werden.
  • Es lässt sich zwischen Teamzielen und individueller Leistungsbeurteilung unterscheiden, dies bringt insbesondere den Leistungsträgern in einem Team einen Gewinn.